Zur Besuch bei Toerschen's

Bild des Benutzers RAFi

Heute hat die Familie Toerschen den "Tag der offenen Tür" veranstaltet und CHICKENCAMP war natürlich bei der Nachbarschaft zur Besuch...

Von Saskia Nothofer für Rheinische Post:

Der mobile Hühnerstall schafft artgerechte Bedingungen und erleichtert die Arbeit der Bauern. Am Sonntag können Besucher beim Tag des offenen Hofes in Amern einen Blick hineinwerfen.

Es gibt viel Sand, einen Wellnessbereich und elektrische Jalousien - was wie die Beschreibung in einem Urlaubskatalog klingt, ist in Wirklichkeit Teil von etwas ganz anderem: dem mobilen Hühnerstall auf dem Hof von Manfred und Gabi Toerschen. Bisher lebten dort nur rund 150 Hühner. Mit der Inbetriebnahme des neuen Stalls, dem ersten seiner Art in der Region, werden es rund 1100 Vögel sein. Vorteile bietet der mobile Hühnerstall für Mensch und Tier: Das System garantiert eine artgerechte Haltung und hat gleichzeitig einige praktische Elemente, die Arbeitsschritte beschleunigen und vereinfachen.

Doch wie funktioniert der mobile Unterschlupf? Der Stall hat eine Grundfläche von 150 Quadratmetern. Der Boden besteht aus einem elastischen Kunststoffgitter, durch das der Kot der Hühner auf die Wiese fällt und dort als natürlicher Dünger fungiert. Außerdem ist er mit Sitzstangen ausgestattet. "Auf denen sitzen die Hühner die meiste Zeit und vor allem schlafen sie darauf", erklärt Manfred Toerschen. Zudem gibt es Legenester, aus denen die Eier auf ein Fließband rollen, das sie nach außen befördert. Das Ehepaar Toerschen rechnet mit bis zu 1000 Eiern pro Tag - jedes Huhn legt also fast jeden Tag ein Ei. Auch die Trink- und Futterversorgung findet im Innern des Stalls statt. Das Besondere: Auf rund einem Drittel der Innenfläche ist ein Wellnessbereich für die Hühner eingerichtet. "Dort können sie ihren natürlichen Trieben nachgehen", sagt Gabi Toerschen. Das heißt: Es gibt beispielsweise ein Sandbad, in dem die Hühner scharren oder ihre Federn ausschütteln können, was der Reinigung dient. Durch die Verwendung von Thermoblech ist zudem garantiert, dass die Temperatur im Innern angenehm bleibt. Außerdem bieten automatisch geregelte Jalousien Schutz vor Wind und starker Sonneneinstrahlung.

Toerschen's Bauernlädchen

Da es sich bei den Toerschens um Freilandhaltung handelt, steht der Stall auf einer 6000 Quadratmeter großen Wiese, auf der sich die Tiere tagsüber frei bewegen können. Über elektrische Klappen, die durch das Tageslicht automatisch gesteuert werden, können die Hühner ins Freie gelangen. "Mit dem Sonnenaufgang öffnen sich die Klappen. Wird es dunkel, schließen sie sich wieder", erklärt Manfred Toerschen.

Doch das ist noch nicht alles. Der Stall wird als "mobil" bezeichnet, da er nicht dauerhaft an der gleichen Stelle steht, sondern alle paar Wochen auf der Wiese verschoben wird. Ist die Weide durch die Hühner also abgegrast, schiebt Manfred Toerschen den Stall, der auf Kufen steht, mithilfe eines Traktors auf die nächste Wiese. "Man kann sich das wie einen Schlitten vorstellen", sagt Gabi Toerschen.

Die in dem Hühnerparadies gelegten Eier verkauft das Ehepaar in ihrem eigenen Laden, in Toerschen's Bauernlädchen im Amerner Wohngebiet Geneschen. "Die Nachfrage nach Eiern ist so groß, dass wir sie bisher nur durch Zukauf decken können", sagt Gabi Toerschen. Mit der Einführung des neuen Hühnerstalls wird das nicht mehr nötig sein. Im Gegenteil: Ein Teil der Eier wird an Wochenmarkthändler verkauft. Zudem kaufen Bäcker die Eier auf, die nicht der Norm entsprechen - weil sie beispielsweise zu klein sind für den üblichen Verkauf - um sie in ihren Backwaren zu verarbeiten.

Von Saskia Nothofer für Rheinische Post

Fotoimpressionen: